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Hlg. Bartholomäus der Armenier



Navata della Chiesa   Die Kirche des hlg. Bartholomäus der Armenier heißt so, weil sie auf eine im Jahre 1308 erfolgte Gründung von aus dem Tauerngebirge Südarmeniens stammenden Mönchen zurückgeht, als ihr Land von den Türken heimgesucht wurde.

   Der ursprüngliche Baustil war typisch armenisch, wahrscheinlich mit einer Zentralkuppel und zwei Seitenkapellen auf der Stirnseite. Von dieser ursprünglichen Gestalt ist nur die Apsis mit der Kuppel (die in jüngster Zeit mit einer kleinen Laternen ausgestattet wurde) und die linke Kapelle der Stirnseite geblieben (die rechte dem hlg. Pantaleus geweihte Seitenkapelle ist 1885 zerstört werden, als das Gebäude errichtet wurde, das heute die Kirche auf zwei seiten um-schließt, auf der rechten und auf der Stirnseite). Schon in den letzten Jahren des XVI. Jahrhunderts ist die Kirche erheblich umgestaltet worden durch die Errichtung eines einzigen langen und wesentlich höhern Mittelschiffs, sodaß danach der ur-sprüngliche Teil als Apsis erscheint.

Cappella e loggia del Santo Volto   Auf der linken Seite des Schiffs befindet sich die Kapelle vom Hlg. Antlitz, auch sie gegen Ende des XVI. Jahrhunderts entstanden und in jüngster Zeit umgestaltet mit einem darübergebauten Altan, von dem aus in der Vergangenheit den Gläubigen die heilige Reliquie gezeigt wurde. Oben auf dem Altan befindet sich das Marmortabernakel, in dem das Hlg. Antlitz verwahrt wurde. Auf der gegenüberlie-genden Seite existiert heute noch der Rahmen einer Tür, durch die man in die Kirche gelangen konnte, ehe das Gebäude errichtet wur-de: ein Zeugnis der Bedeutung, die die Ikone innerhalb der Gesamt-konzeption der Kirche hatte.

   Auf die hlg. Reliquie bezieht sich die Mehrzahl der Bilder an den Wänden des Schiffes (XVII. Jh.): drei Gemälde von Orazio De Ferrari (die sich auf die Herkunft der Ikone beziehen); ein Bild von A. Casoni (das die Schenkung der Reliquie von seiten des Montaldo dar-stellt); vier Gemälde des Bartolomeo Ferrari (Engel mit Schriftrollen zum Preise des Hlg. Antlitzes).

    O. De Ferrari: Gesù guarisce un malato O. De Ferrari: Gesù consegna il suo volto O. De Ferrari: Anania consegna il Santo Volto al re Abgar

   Die Kirche ist aber auch reich an anderen bedeutenden Kunstwerken. An der Decke des Hauptschiffes die Freske von Lazzaro Tavarone (1595, die das Martyrium des hlg. Bartholomäus darstellt). Auf dem rechten Seitenaltar: die Verkündigung Mariä von G.B. Paggi (Ende des XVI. Jhs.). Im Türrahmen, von dem wir schon zuvor gesprochen haben: ein Kruzifix von D. Bissone. Auf dem zweiten rechten Seitenaltar: eine Tafel von Mattia Traverso (XX. Jh.), die den hlg. Antonio M. Zaccaria (den Gründer des Barnabiterordens) und die Madonna der göttli-chen Vorsehung darstellt. Zu dem Altar gehört überdies ein kostbares Antependium aus Marmor (von Taddeo Carlone: Anfang des XVII. Jhs.), das die Überführung der leiblichen Hülle der hlg. Katharina von Alexandria zum Sinai darstellt.

   Am Ende des kleinen rechten Seitenschiffs (der Apsis): Marmorstatue der Madonna der Barmherzigkeit (Ende des XIX. Jhs.), die aus der Kirche des hlg. Paulus im Campetto (Barnabiterkirche) stammt. Im Chor ein hölzernes Kruzifix aus dem XVII. Jahrhundert.

   Auf dem Hauptaltar (XVI. und XVII. Jh., wie die übrigen Altäre im Kirchenschiff), einem der bedeutensten aus jener Epoche Genuas, be-findet sich: ein Triptychon von Turino Vanni, aus Pisa (1415, das eine Madonna mit Engeln und Heiligen darstellt, eines der schönsten seiner Art in Ligurien; auf der Basis des Triptychons: Szenen aus dem Leben und dem Martyrium des hlg. Bartholomäus; auf den Seitenteilen der Basis: der hlg. Georg, Schutzherr von Genua und der hlg. Torpete, Schutzherr von Pisa. Auf den kleinen Türen, die aus dem Presbyterium auf den Chor gehen: Statuen des hlg. Petrus und Bartholomäus (von der Hand der Brüder Carlone: XVI. und XVII. Jh.). An den seitlichen wänden des Presbyteriums: zwei glänzende Gemälde von Luca Cambiaso (die augenblicklich - 1999 - restauriert werden), die die Verklärung und Auferstehung Jesu darstellen.

   Am Ende des kleinen linken Seitenschiffs: ein der Madonna des Hlg. Rosenkranzes geweihter Altar (XIX. Jh.). Von da aus gelangt man in die alte Kapelle (heute der Vorraum der Sakristei) auf der linken Stirnseite der Kirche; in dieser Kapelle finden wir die Reste ei-nes Freskenzyklus (Ende des XV. oder Anfang des XVI. Jhs.), der Episoden aus der Passion Christi und außerdem Propheten, Evangelisten und Kirchenlehrer darstellt. Es handelt sich um eines der bedeutendsten Beispiele der genuesischen Malerei aus dieser Zeit. In der Sakristei: ein Gemälde des Morazzone (Künstlername für P.F. Mazucchelli, XVII. Jh.), auf dem die Madonna zusammen mit S. Carlo Borromeo abgebildet ist. Dort befindet sich auch die kostbare Reliquie des Fußes des hlg. Apostels Bartholomäus, die 1430 von Marco Spinola der Kirche geschenkt wurde.

   Am zweiten Altar links des Hauptschiffes: ein Tafelbild von Mattia Traverso, das heilige Herz Jesu und den Apostel Paulus, Schutzherr der Barnabiter (deren eigentlicher Name eben der ist: "Reguläre Ordensbrüder des hlg. Paulus"), Nachfolger der armenischen Mönche ab 1656.

D. Fiasella: Processione con il Santo Volto   Daran schließt sich die schon beschriebene Kapelle vom Hlg. Ant-litzes an. Auf dem ersten Altar zur Linken: ein Tafelbild der Ma-donna della Guardia (XX. Jh.) und des hlg. Joseph (XIX. Jh.). Im Korridor des an die Kirche angebauten Gebäudes - wo zuvor die Kapelle des hlg. Pantaleus stand: ein Bild der hlg. Katharina aus Alexandria (das früher in der Kirche war) von der Hand G.M. Vianis (XVII. Jh..). Im selben Korridor: vier Bilder mit Episoden, die sich auf die Geschichte des Hlg. Antlitzes beziehen und die zuvor sich im Chorraum der Kirche befanden (XVII. Jh.), von der Hand Domenico Fiasellas, Elisabetta Siranis, G. Bensos. In einem kleinen Empfangs-raum, der an den Korridor anschließt: ein Portrait des hlg. Ales-sandro Sauli, barnabitischen Bischofs, das zuvor in der Kirche war, von der Hand G. A. Bonis (XVllI. Jh.).

   Im Vorraum der Kirche: eine Büste des hlg. Basilius, Schutzherr der armenischen Mönche, die deshalb Basilianer genannt wurden. Unter der Büste: eine Sammlung mittelalterlicher Gedenksteine (mit Aus-nahme eines armenischen aus dem XVII. Jh.), die alle einen Bezug zur Ikone haben.An der gegenüberliegenden Wand: eine Büste des Hlg. Alessandro Sauli Schutzherr des saulischen Kreises, eines der aktivsten katholischen Zirkel gegen Ende des XIX. und Anfang des XX. Jhs.

O. De Ferrari: Gesù consegna il Santo Volto ad Anania   In der Halle links vom Kircheneingang: eine Bronzebüste des Vaters Giovanni Semeria, Barnabit (ein Werk Guido Gallettis, 1969), ein be-rühmter Schriftsteller, Redner und Wohltäter, Gründer von Waisenhäusern am Ende des Ersten Weltkrieges, in dem er selbst als Feldprediger tätig gewesen war. An der Decke der Vorhalle ein Gemälde Jesu von G.B. Paggi, das Jesus darstellt, der sein Portrait dem Botschafter des Königs Abgar über-reicht (dieses Bild stand zuvor auf dem Altar der Kapelle vom Hlg. Antlitz). Dieses Bild ist wie eine erste Einführung in die Betrachtung des Hlg. Antlitzes. und es soll den Gläubigen als Besucher der Kirche auch nach ihrem Verlassen begleiten. In der Ikone, in der Betrachtung des Antlitzes Jesu kann er ein lebendiges Zeugnis der ursprünglichen Einheit der christlichen Kirche wiederfinden.



Santino Cavaciuti


Mappa della Chiesa



  1 - Vorraum.
  2 - Altar der Madonna della Guardia und des hlg. Joseph.
  3 - Altar der Verkündigung Mariä.
  4 - Kappelle des Hlg. Antlitzes.
  5 - Kruzifix des Bissone.
  6 - Altar des Hlg. Herz Jesu und des hlg. Paulus.
  7 - Altar des hlg. Antonio M. Zaccaria und der Madonna der göttlichen
        Vorsehung und Überführung der hlg. Katharina.
  8 - Presbyterium (Tryptichon von T. Vanni).
  9 - Altar der Madonna des Hlg. Rosenkranzes.
10 - Altar der Madonna der Barmherzigke.
11 - Vorraum zur Sakristei (Fresken des XV. Jh.).
12 - Sakristei (Gemälde des Morazzone).
13 - Stelle der Kapelle des hlg. Pantaleus.
14 - Bilder, die sich auf das Hlg. Antlizt beziehen.
15 - Bild des hlg. Alessandro Sauli.

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