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L'Osservatore Romano

Città del Vaticano


       Das Heilige Antlitz

Kurze Beschreibung der Reliquie



Il Santo Volto   Das Hlg. Antlitz wurde Gegenstand vielfältiger historischer For-schung - man denke vor allem an A. Calcagnino (Anfang des XVIII. Jhs.) - ; aber die erste wirkliche "wissenschaftliche" Studie der Reliquie wurde in jüngster Zeit von der Professorin Colette Dufour (Universität Genua) unternommen, der was den technischen Aspekt angeht Professor Pico Cellini (Rom) zur Seite stand. Er hat das Objekt "zerlegt", sodaß es möglich wurde, mit Hilfe von Röntgenbilder und Tomographien die einzelnen Schichten zu unterscheiden und zu studieren, aus denen es sich aufbaut.

   Man hat vor allem festgestellt, daß es sich um ein aus Eierfarben hergestelltes Temperabild handelt‚ im Einklang mit den Portraits aus der römischen Kaiserzeit und früher noch der ägyptischen. Die Ikone weist da und dort leichte Nachbesserungen auf (wie man aus der Tomographie ersehen kann). Die Tempera ist auf ein Leinentuch aufgetragen, dessen Ränder man klar erkennen kann: es könnte sich um das Linnen handeln, von dem die Überlieferung spricht, will sagen von dem Linnen, auf dem der Eindruck der Gesichtszüge Jesu geblie-ben war und auf dem der König Abgar von Edessa beauftragte Maler Anania das Portrait Jesu vergeblich nachzubilden versucht hatte. Eine andere Tradition behauptet dagegen, daß der Maler Anania das Bild Jesu tatsächlich nachgebildet habe und daß es eben dieses Por-trait sei, das wir heute bewundern.

   Das Linnen ist auf ein sehr altes Zedertäfelchen aufgeklebt, das seinerseits in ein größeres Holzrahmengestell eingefügt wurde zur Zeit, in der die Ikone sich in Konstantinopel befand. Auf dieses Rahmengestell ist ein sehr kostbares Filigranornat aufgesetzt von dem wir gleich danach sprechen werden. Das kleinere, ursprüngliche Täfelchen bewahrt noch die Spur eines früheren Ornats, das das Bildnis Christi umrahmte, eine kontinuierliche Reihe kleiner Per-len, von denen noch die Löcherchen erhalten sind, in die sie ein-gelassen waren: ein sichtbares Zeugnis unter anderen für die Antikität des Objekts.

   Das sehr wertvolle Filigranornat aus Silber und Gold wurde in Konstantinopel hergestellt. Es besteht aus einer Reihe von zehn Hohlreliefs, auf denen die Herkunft des Hlg. Antlitzes, zusammen mit einigen wichtigen Episoden aus seiner Geschichte, bis zu seiner Uberführung nach Konstantinopel dargestellt ist. Es handelt sich um ein wahres Meisterwerk byzantinischer Goldschmiedekunst, die diese Reliquie von allen anderen Nachbildungen des Edessaantlitzes wesentlich unterscheidet.

   Ihn anderes sehr wertvolles Element, das durch die obengenannte Studie zutage gekommen ist, sind die antiken sassanidischen (per-sischen) und fatimidischen (arabischen) Stoffreste, die auf der Rück-seite des Holzgestells haften geblieben sind: es handelt sich um Stoffe, die auf die Zeit vor Tausend zurückgehen, um Stoffstücke, will sagen "Kontaktreliquien", die wahrscheinlich die Ikone umkleideten. Auf diese Stoffstücke wurde im XV. Jahrhundert ein anderes wertvolles Stoffkleid ligurischer Herkunft mit eingewebten Silberfäden aufgeklebt, die ihrerseits einen Granatapfelbaum darstellen. In Genua kam ein wertvoller Silberschrein dazu (Anfang des XVII. Jhs.), worin die Reliquie aufbewahrt wird. Am Anfang des folgenden Jahrhunderts (XVIII.) wurde der Silberschrein mit einer Reihe von Edelsteinen verziert, die ihrerseits in einen goldsilbernen Rahmen eingelassen sind. Die Bartholomäuskirche selber wurde im Laufe der Jahrhunderte immer im Blick auf die Ikone umgestaltet, wie wir in der nachfolgenden Beschreibung dartun werden.


 
 
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